Abkehr von der Antibaby-Pille in Frankreich

Abkehr von der Antibaby-Pille in Frankreich

Obwohl die Antibaby-Pille für viele immer noch, neben dem klassischen Kondom, die Nummer 1 unter den Verhütungsmitteln ist, kehren viele Frauen der Antibaby-Pille den Rücken zu, und verhüten lieber mit anderen Verhütungsmitteln. Doch warum ist da so? Die Antibaby-Pille stabilisiert schließlich den Zyklus, ist mit das sicherste Verhütungsmittel und muss nur einmal am Tag eingenommen werden.

In Frankreich kam es im Dezember 2012 zu mehreren medizinischen Vorfällen, die auf die Antibaby-Pille zurückzuführen waren. Die Konsequenz: Ungefähr eine Million Frauen haben seitdem auf die Einnahme der Antibaby-Pille verzichtet. In Zahlen ausgedrückt, ging der Umsatz der Antibaby-Pille in Frankreich um ungefähr 37% zurück.

Schuld daran waren vor allem die Antibaby-Pillen der 3. und 4. Generation. Diese hatten den Vorteil, dass sie den Frauen weitaus weniger Nebenwirkungen einbrachten, wie beispielsweise eine Gewichtszunahme während der Einnahme. Was allerdings niemand wahrhaben wollte war, dass die Pillen die Wahrscheinlichkeit an Schlaganfällen, Herz-Kreislauf-Problemen und Thrombosen zu erkranken, erhöhte. Doch wie der Mensch so ist, hat er lediglich die positiven Effekte gesehen, und hat die negativen Effekte ausgeblendet. Bis der erste Fall an die Öffentlichkeit gelangte.

Der Fall von Marion Larat weckte die Französinnen nämlich auf: Sie klappte im Alter von 24 Jahren bewusstlos im Badezimmer zusammen, litt fortan an Sprachstörungen und war halbseitig gelähmt. Angeblich aufgrund der Nebenwirkungen von Antibaby-Pillen der Firma Bayer, die der 3. und 4. Generation zugeordnet werden konnten.

Bis heute wurde nichts bewiesen, doch die Angst,  ebenfalls ein solches Schicksal zu erleiden, ließ viele Französinnen den Glauben an die Antibaby-Pille verlieren. Viele führten ihre Krankheiten daraufhin auf die Antibaby-Pille zurück. Ob diese allerdings wirklich Schuld an den Krankheiten trugen, kann schlecht nachgewiesen werden.

Doch nicht nur die Frauen selbst haben sich nach Dezember 2012 gegen die Antibaby-Pille gestellt: Auch die Regierung hat die Kostenerstattung der Antibaby-Pillen der 3. und 4. Generation durch die Krankenkassen aufgehoben. Die spezielle Pille, die eventuell das Schicksal von Marion Larat besiegelte, wurde in Frankreich komplett verboten. Es war “Diane 35″.

Insgesamt gesehen wurden Antibaby-Pillen in Frankreich 20 Todesfälle nachgewiesen. Allerdings erkrankten über 2500 Frauen auch an Thromboembolien, was 0,06% bei 4 Millionen Konsumentinnen der Antibaby-Pille ausmacht. Wie verfolgen gespannt weiter, wie sich der Rechtsstreit entwickelt, und ob die Antibaby-Pillen wirklich Schuld am Schicksal der Frauen waren.